20
Nov
2007

Der erste Klartraum

Ich könnte die ganze Zeit hüpfen, springen und rumschreien vor Freude: Heute früh hatte ich meinen ersten Klartraum! Ein unglaublich tolles Gefühl, dass es einfach so geklappt hat - obwohl ich in den letzten Wochen (außer diesem Traumtagebuch) nicht viele Anstrengungen in dieser Richtung unternommen habe.

Heute morgen bin ich um halb sechs (eine dreiviertel Stunde vor dem Weckerklingeln und ca. 7,5 Studen nach dem Einschlafen) aufgewacht. Kurz auf die Uhr geschaut - weiterschlafen lohnt sich noch. Also wieder umgedreht und die Augen zugemacht. Und dann ging der Traum los - zuerst als Trübtraum, an den ich mich jedoch ganz gut erinnern kann.

Ich sitze an meinem Schreibtisch. Das Büro ist sehr groß und sehr hell, ringsherum sind überall Fenster. Ich habe eine sehr schwierige Aufgabe zu erledigen, mit der ich nicht gut zurecht komme. Plötzlich taucht ein Kollege auf, der vor kurzem gekündigt hat. Er will uns besuchen und bietet mir seine Unterstützung an. Als er sich auf den Stuhl neben mir setzt, sehe ich, dass er seine Jeans in weiße Tennissocken gesteckt hat. Dazu trägt er Turnschuhe. Wir versuchen gemeinsam, die Aufgabe zu lösen, doch es geht nicht recht voran. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass bald Mittagspause ist. Ich beschließe, erst eine halbe Stunde später, also um halb eins Pause zu machen. Ich habe die Hoffnung, dass ich die Aufgabe bis dahin vielleicht gelöst habe.
Dann ist mein Ex-Kollege wieder weg. Mein Exfreund, ein Freund von ihm und noch eine 3. Person, an die ich mich nicht erinnern kann, wollen in die Mittagspause gehen. Ich gehe zusammen mit ihnen aus dem Büro und kehre dann wieder um, weil ich weiterarbeiten will. Dabei schaut mich mein Exfreund ganz komisch an, und ich erinnere mich, dass wir eigentlich zerstritten sind und nicht mehr miteinander reden.
Ich sitze wieder an meinem Schreibtisch. Zwei Kollegen von mir kommen ins Büro und wollen mich mit in die Mittagspause nehmen. Eine frühere Klassenkameradin von mir ist auch dabei. Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass es schon fast halb eins ist. Total verzweifelt sage ich meinen Kollegen, dass ich erst in die Pause gehen kann, wenn ich die Aufgabe gelöst habe. Der eine von ihnen tröstet mich, streichelt mir über die Wange. Und dann überzeugen sie mich, trotzdem mit ihnen in die Pause zu gehen. Wir gehen also los. Ich bin viel schneller als die anderen und gehe vor, bis ich sie irgendwann abgehängt habe. Aber das ist mir egal, weil ich weiß, dass wir uns später wieder treffen werden.
Dann bin ich in einer großen Halle, sehr dunkel, wo viele Leute unterwegs sind. Und plötzlich spüre ich ein komisches Kribbeln in den Beinen. Mir schießt ein Gedanke durch den Kopf: "Vielleicht bin ich ja gerade am Einschlafen, und jetzt geht die Schlafparalyse los." (Liegt wohl an meinen WILD-Versuchen... *g*) Also wollte ich überprüfen, ob es sich wirklich um Schlafparalyse handelt, in dem ich meinen realen Körper bewege. Dabei habe ich etwas gespürt, was den Empfindungen während der WILD-Versuche sehr ähnlich war: Das Gefühl, dass meine Hände und Füße sehr schwer sind, dass ich sie intensiv spüre - und dass ich sie bewegen könnte, wenn ich es wirklich wollte. Und dieses Gefühl bezog sich wirklich auf meinen realen Körper und nicht auf meinen Traumkörper. Allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass diese Versuche dem Traum gut tun. Also habe ich lieber wieder damit aufgehört. Die nächste Idee, um zu überprüfen, ob ich träume: Wildes Rumhüpfen. Ich springe hoch, und anstatt wieder auf dem Boden zu landen schwebe ich auf dem Rücken liegend nach hinten. Doch auch das überzeugt mich noch nicht ganz davon, dass ich träume. Ich denke: "Könnte ja sein, dass Leute unter mir stehen, die mich nach hinten weitergeben." So Stage-Diving-mäßig. Naja... Dann stehe ich wieder am Boden und habe endlich einen sinnvollen Einfall: Finger-RC. Ganz viele Finger - zu viele Finger! Ich bin begeistert. Zur Sicherheit mache ich noch den Nasen-RC. Ein irres Gefühl, wenn man durch die geschlossene Nase atmen kann!
Und dann geht's los: Ich gehe zum Ausgang der Halle. Draußen lehnt ein Mann an der Wand. Ich erinnere mich daran, dass man Traumgestalten fragen soll, wer sie sind und woher sie kommen. Also frage ich ihn: "Wer bist du?" Meine Stimme klingt sehr blechern, und ich beschließe, mir das als Traumanzeichen für das nächste Mal zu merken. Der Mann antwort mit einem Nuscheln. Nach einer weiteren Nachfrage glaube ich verstanden zu haben, dass er gesagt hat "Ich bin der Fischmarkt vom Unfall." Das erscheint mir ziemlich sinnlos. Er erklärt mir, dass man Fisch zum Leben braucht.
Ich gehe weiter und stehe dann vor einer Haustür. Ich schließe sie auf und gehe nach links in den Aufzug. Dieser ist sehr klein. Es steht bereits eine junge blonde Frau darin. Weil es so eng ist, geht die Tür nicht richtig zu. Aber der Aufzug fährt trotzdem los nach oben. Die Frau steigt aus, ich fahre noch weiter.
Als ich aussteige, befinde ich mich in einem U-Bahnhof. Die Wände, die Decke und der Fußboden sind weiß, alles ist sehr hell. In drei Richtungen fahren grüne und orangefarbene U-Bahnen aus der Station heraus. Ich betrachte die Gleise, weil ich herausfinden will, um was für eine Art U-Bahn es sich handelt.
Dann klingelt der Wecker und ich bin wach.

Während des ganzen Traums habe ich immer wieder den Nasen-RC wiederholt, um klar zu bleiben, was auch hervorragend funktioniert hat. Gelegentlich habe ich auch den Finger-RC gemacht - und zum Teil sehr sehr seltsame Hände gesehen. Mit zusätzlichen Fingern auf dem Handrücken und so...
Insgesamt finde ich, dass ich nur sehr wenig Einfluss auf den Traum genommen habe. Ich war mir zwar die ganze Zeit bewusst darüber, dass ich träume, aber ich habe das kaum ausgenutzt, um den Traum zu verändern.
Jedenfalls bin ich total begeistert und ganz motiviert, mein kritisches Bewusstsein weiter zu schulen, um hoffentlich bald noch mehr DILDs zu haben.
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